Autojahr 2020: Autohäuser und Werkstätten im Wechselbad

[04.12.2020] 

Von den Lockdowns im Frühjahr und Juni mit stationärem Verkaufsverbot und teilweise geschlossenen Kfz-Zulassungsstellen über Lieferengpässe bei Neuwagen bis hin zum deutlich erhöhten Umweltbonus für E-Fahrzeuge: Das Corona-Jahr 2020 brachte den Kfz-Betrieben ein Wechselbad der Gefühle.

„Solch ein Jahr möchten wir alle nicht noch einmal erleben“, sagt Obermeister Hermann Kattenstroth. Selbst die Werkstätten litten unter deutlich reduzierter Auslastung, obwohl sie im Lockdown aufgrund ihrer Systemrelevanz weiter geöffnet waren. Ab Juni habe sich die Lage in den Betrieben dann wieder stetig verbessert. Trotzdem sei der erlittene Umsatzrückgang im Kfz-Gewerbe laut Obermeister Kattenstroth bis zum Jahresende nicht mehr aufzuholen.

Vele Betriebe hätten jedoch die Krise als Chance genutzt, um zum Beispiel die Digitalisierung interner Prozesse, vor allem aber die Kommunikation mit den Kunden voranzutreiben. Wie unverzichtbar der stationäre  Autohandel als Schnittstelle zwischen Hersteller und Kunde nach wie vor sei, lasse sich beispielhaft an der stark wachsen-den Zahl von Elektro- und Hybridfahrzeugen festmachen. „Hier ist erhöhter Aufwand für grundsätzliche und umfassende Beratung zu leisten, von der Technik über Einsatzzweck und Fördermöglichkeiten der Fahrzeuge bis hin zum Errichten einer entsprechenden Ladeinfrastruktur.  Selbst die Nutzung und Abrechnung von öffentlichen Ladestationen steht auf der Agenda. Man sieht: Ohne den Handel ist die Transformation hin zu alternativen Antrieben gar nicht umzusetzen“, betont Obermeister Kattenstroth.

Mit Elektromobilität allein könnten die Klimaziele jedoch schon aufgrund der nach wie vor längst nicht ausreichenden Ladeinfrastruktur kaum erreicht werden. „Wir brauchen Technologieoffenheit, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken“, so Obermeister Kattenstroth. „Klimaneutral hergestellte synthetische Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren sowie die Brennstoffzellentechnologie müssen auch aus Kundensicht eine Zukunft haben und stärker gefördert werden.“ Die Corona-Krise habe außerdem deutlich gemacht, wie wertvoll das eigene Auto als geschützter Raum sei. „Im eigenen Auto fühlen wir uns sicher. Das ist eine gute Botschaft für unsere Branche“, so Kattenstroth.

Für das kommende Jahr erhofft sich der Obermeister die langsame Rückkehr zu normalen Verhältnissen. „Durch bald zugelassene Impfstoffe und dann Schritt für Schritt gelockerte Restriktionen geht es wieder zurück in ein normales Leben. Das wird sich positiv auf unser Miteinander, die Wirtschaft und damit auf das Kfz-Gewerbe auswirken.“

Letzte Änderung: 04.12.2020Webcode: 0003280